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Ausführungsprojekt Sanierung und Umbau 2024-25 | Ressourcenschonendes Planen und faire Mieten unter einem Dach

 

Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Landhaus hat eine wechselvolle Geschichte - die beinahe in den 1980er Jahren endete. Obwohl der Riegelbau scheinbar unrettbar baufällig war - und deshalb bereits aus dem Denkmalschutzinventar entlassen werden sollte, entschied sich eine Gruppe von Idealisten, das Gebäude zu kaufen und wieder in Stand zu setzen. Seitdem ist das Haus eine Chimäre historischer Substanzen aus dem 18. Jh. und den 1980er Jahren. Die Eingriffe aus den 1980ern waren dabei zum Teil radikal: Räume wurden geöffnet, Erschliessungen neu interpretiert und historische Balken in damals modernem Grau lackiert.

Nach fast 40 Jahren Lebenszyklus erneut in die Jahre gekommen, bedurfte das Haus bei einer Handänderung wieder eine Sanierung. Wieder mit gewissem Idealismus entschied sich die Bauherrschaft, trotz der heute priviligierten Lage: es soll günstig mietbarer Wohnraum für Familien erhalten bleiben. Um die Kosten niedrig zu halten und neuen Erkenntnissen zur Nachhaltigkeit gerecht zu werden, entschied man sich für eine «long-use»-Strategie: wo immer es möglich ist, Bauteile erhalten - Neubau und Ersatz nur als letzte Option.

So wurden Küchen aus den 1980er und 1990er Jahren durch den Schreiner in teilweise mühevoller Kleinarbeit aufgearbeitet - wo normalerweise ein Komplettersatz üblich gewesen wäre. Nur eine Küche, die nicht mehr vorhanden war, musste an neuem Ort erstellt werden.

Nicht nur denkmalgeschützte Details und Einrichtungen wurden erhalten. Die selbe Akribie zur Rettung von Bauteilen wurde auch bei den zum Teil sehr "stylischen" Bädern aus den 1980er Jahren an den Tag gelegt. Gelbe Badarmaturen - die heute so nicht mehr erhältlich sind, wurden vom Sanitär repariert, Farbfehlstellen vom Maler mit kleinstem Pinsel restauriert.

Doch auch «long-use» hat seine Grenzen: dort wo die Baugesetzgebung - meist aus Sicherheitsgründen, Anpassungen an heutige Standards vorschreibt - oder Bauteile so unfunktional sind, dass Sie einer Verbesserung bedürfen. Beides war bei einer der internen Wohnungstreppen der Fall: der grösste Teil der Baumasse wurde zwar im Original aufgearbeitet. Die aus unerfindlichen Gründen in den 1980er Jahren aus Hanfseilen angefertigten Staketen - die jedes Kleinkind ohne Mühe hätte durchklettern können - wurden jedoch durch solide Eichenlatten ersetzt.

 

Mit minimalem materiellem Aufwand und maximaler ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit wurde so die Geschichte des Gebäudes fortgeschrieben: von den letzten Resten komplett historischer Räume im Keller, über die Treppe bis unters Dach. Wenn die Fenster in einigen Jahren das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben, wird das nächste Kapitel geschrieben.

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Auftraggeber: privat

3 Wohnungen 95-140 m2

Bilder: Philip Loskant Arch.

 

 

 

 

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